Allgemeines über Fotografie - Kriminalistik|Kriminaltechnik

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Allgemeines über Fotografie

Vorwort
Den Inhalt dieser Seite kann man in so ziemlich allen Büchern über Fotografie sowie in den meisten Bedienungsanleitungen von Kameras nachlesen und natürlich haufenweise im Internet finden. Dennoch soll es kein Zusammenschnitt aus verschiedenen Büchern und Homepages werden, sondern ein einfacher Überblick über das System des Fotografierens mit den wichtigsten Grundbegriffen. Dabei ist nicht zu vergessen, dass es sich um meine Meinung (d. A.) handelt und ich erhebe weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf das "absolute Wissen".

Ich bin ganz sicher, dass man in einzelnen Punkten auch anderer Auffassung sein kann.
Das richtige Foto
Das Wort Fotografie setzt sich aus den altgriechischen Worten φῶς (phōs) = Licht und γράφειν (graphein) = zeichnen, schreiben, malen zusammen und bedeutet soviel wie "mit Licht schreiben", "mit Licht zeichnen oder malen". Daher wird das Ganze häufig auch als "Lichtbildnerei" bezeichnet.
[Die Schreibweise "Photographie" wird schon seit einer Rechtsschreibreform von 1901 als eher falsch angesehen und die Schreibeweisen halb so, halb so waren schon immer falsch.]
In jedem Falle aber - das sagt schon allein der Name FOTOGRAFIE - ist das Licht so ziemlich die wichtigste Komponente. (Natürlich braucht man auch eine Kamera und ein Motiv.)
zu viel Licht
richtig belichtet
zu wenig Licht
Grundsätzlich kommt es beim Fotografieren , dem Fertigen eines Bildes auf das richtige Zusammenspiel von vier Grundkomponenten an: Licht, Blende, Belichtungszeit und Lichtempfildlichkeit (ISO-Wert)
(Sicherlich gibt es noch ein paar mehr, aber die werden erst später vorgestellt.)

Hier ist zu beachten, dass sich diese vier Größen gegenseitig beeinflussen; wenn sich eine dieser Größen ändert muss sich zwangsläufig auch eine andere ändern.

Während der Fotograf früher über einen Belichtungsmesser feststellen musste welchen Lichtwert sein Motiv hat und dann die Einstellungen manuell vornahm, übernimmt heute die Elektronik der Kameras einen Großteil dieser "Arbeit".

Schon Ende der 60er / Anfang der 70er Jahre verfügten die ersten Kameras über eine eingebaute Innenlichtmessung, die das vorhandene Licht direkt über die Optik der Kamera maß, und seither wurde zumindest der externe Belichtungsmesser immer entbehrlicher. Später kam dann die elektronische Steuerung der Blenden hinzu und seit der Digitalfotografie kann man sogar die Lichtempfindlichkeit für jedes einzelne Foto gesondert einstellen - oder es natürlich auch der Elektronik überlassen ...

"Stellen Sie die Kamera auf Vollautomatik, dann können Sie nichts falsch machen ..." las ich vor geraumer Zeit in einem Fotobuch. Ganz ohne Zweifel hält sich der Autor für einen Experten (der ich definitiv nicht bin), sonst würde er kein Buch geschrieben haben; dennoch muss ich dieser Einstellung (im doppelten Wortsinne) widersprechen - ganz besonders in der polizeilichen/kriminalistischen Fotografie!

"Dieser kleine (meist schwarze) Kasten und seine gesamte Elektronik haben keine Ahnung, ob sie sich auf einem Stativ befinden, das selbst wiedrum an Land, auf einem Pontonsteg, an Bord eines Bootes, eines Flugzeugs oder Hubschraubers stehen könnte, ob sie jemand in der Hand hält, der die Technik an sich presst, sich sogar abstützt oder den Apparat an langen Armen weit von sich streckt, um z. B. das Display zu erkennen ...
Gleichwohl hat "die Technik" keine Ahnung, ob das Motiv still steht oder sich in Bewegung befindet, ob man eine Detail- oder Übersichtsaufnahme fertigen will und / oder ob man den Vordergrund, den Híntergrund oder auch den gesamten Bildausschnitt scharf abgebildet haben muss."

Von daher sollte man - bei allem Fortschritt in Technik und Elektronik - diesem kleinen, schwarzen Kasten auch nicht zu viel Einflussnahme überlassen, denn nicht selten erfordern schon allein unterschiedliche Aufnahmerichtungen unterschiedliche Einstellungen und da stößt die Vollautomatik sehr schnell an ihre Grenzen.

Und - das möchte ich zu guter Letzt auch noch anführen:
"Profitechnik' hat diese Vollautomatik meist gar nicht."
Kameratypen
Bevor wir uns weiteren Inhalten widmen, möchte ich die heutigen Typen von Kameras in zwei Kategorien einteilen. Die Hersteller werden das vielleicht nicht gern hören, zumal man sich ja solch fantasievollen Namen wie "Bridgekamera" oder "Systemkamera" hat einfallen lassen.

Es gibt die Spiegelreflexkamera, die ihren Namen daher hat, dass sich in ihr ein Spiegel befindet, der beim Betätigen des Auslösers hochklappt und den Weg für das Licht zur Filmebene frei gibt.

Vor der Filmebene befindet sich noch der Verschluss, der letztlich die Belichtungszeit bestimmt.

Das System funktioniert nach dem Druck auf den Auslöser folgendermaßen: Spiegel hoch - Verschluss auf - Verschluss zu - Spiegel runter.

Bei Spiegelreflexkameras kann man den Eindruck gewinnen, man könnte direkt durch die Optik auf das Motiv schauen, was jedoch nicht der Fall ist; in jedem Fall erfolgt eine Projektion des Motivs.
Beim Durchschauen auf eine Mattscheibe - wie hier dargestellt - und beim Fotografieren auf den Film oder CCD-Chip.

Den zweiten Typen bezeichne ich als Kompaktkamera - egal welchen (fantasievollen) Namen die Hersteller und Werbemanager dafür erfunden haben und noch erfinden werden.
Der Unterschied ist, dass bei der Kompaktkamera Objektiv und Kamera fest miteinander verbunden sind und man bei Spiegelreflexkameras Beides voneinander trennen kann.

Früher - in der Analogfotografie - bestand das Problem, dass man bei Kompaktkameras durch einen separaten Sucher schaute - daher wurden sie auch zum Teil Durchsichtssucherkameras genannt - und das Motiv nur bedingt richtig sah.

Die optische Achse, durch die man schaut, und die optische Achse, über die die Kamera das Bild aufnimmt, liegen nebeneinander.

Je geringer der Abstand zwischen der Kamera und dem Motiv war (z. B. bei Makroaufnahmen), um so stärker machte sich diese Verschiebung (in der Fotografie Parallaxenverschiebung genannt) bemerkbar. Daher schaut man im Zeitalter der Digitalfotografie bei Kompaktkameras i. d. R. nicht mehr durch den Sucher - obwohl es noch immer Kamaras gibt, die diesen separaten Sucher haben - sondern hinten auf das Display. Das Display zeigt das, was die Kamera auch aufnimmt.
Bevor wir uns den einzelnen Komponenten, Einstellmöglichkeiten und deren Bedeutung zuwenden, möchte ich gern das Licht noch in zwei Grundkategorien einteilen:

- das externe Licht, das über die eingebaute Innenlichtmessung gemessen und
- das interne Licht (auch als Blitzlicht bekannt), das von der Kamera aus gesteuert wird.

An anderer Stelle werden diese Kategorien noch näher besprochen.
die Grundeinstellungen

    links - NIKON D 5100                     mitte NIKON D 610                        rechts NIKON D 200
Hier haben wir die Draufsicht auf drei Kameras vom Typ NIKON. Das ist keine Werbung, denn in der Landespolizei M-V werden Kameras vom Typ NIKON verwandt und daher nehme ich Bezug dazu.
Je nach Kameratyp gibt es verschiedene Möglichkeiten der Einstellung, wie man hier schon mal mehr oder weniger gut erkennen kann. Die wichtigsten werden nachfolgend erläutert:
Vollautomatik
Dieses Symbol, ob in grün oder rot, ob mit Schriftzug "AUTO" oder ohne wird Allen, die einen Fotoapparat haben - wohl gemerkt kein Handy oder Smartphone - sicher gut bekannt sein.
Es bedeutet Vollautomatik und, dass die Karera alle Einstellungen selbst festlegt.

Das vorhandene Licht wird gemessen und die Kamera legt fest mit welcher Blende, welcher Belichtungszeit und mit welcher Lichtempfindlichkeit sie das Foto aufnehmen wird.

Obendrein legt die Kamera auch noch fest, ob sie den Blitz benötigt oder nicht.

Hinzu kommt, dass die Technik i. d. R auch noch den Weißabgleich festlegt und das Fokus-Messystem [Alle Begriffe werden weiter unten näher erläutert]. Der Fotograf hat absolut keinen Einfluss darauf.
weitere Programme
NIKON D 5100                  NIKON D 610                   NIKON D 200 (beide Bilder)

Es ist unschwer zu erkennen, dass die D 5100 die meisten Symbole am Einstellrädchen hat, die D 610 deutlich weniger und die D 200 eigentlich gar keine. Im letzteren Fall liegt es daran, dass bei der D 200 die Programme über die Taste [MODE] und das vordere Einstellrädchen gewählt werden.

Egal über welche Programme die Kamera verfügt, auf alle Fälle haben alle NIKON-basierenden Kameras die Einstellmöglichenkeiten P-S-A-M. Diese Programme sind wichtig!
Der Rest ist "nett zu haben", aber in der polizeilichen / kriminalistischen Fotografie eher überflüssig. Daher werden diese Einstellungen hier weder Erwähnung noch Erläuterung erfahren.
Wie weiter oben schon steht, haben z. B. Kameras im Profibereich keine Einstellungen außer P S A M.
(Bei CANON heißt S = Tv und A = Av, aber das System ist es dasselbe.)
P Prorammautomatik Blende automatisch
Das vorhandene Licht wird über die Elektronik gemessen und je nach Einstellung passt die Kamera Blende und Belichtungszeit oder eins von Beiden der vorgenommenen Voreinstellung an. Oder aber der Fotograf nimmt die Einstellungen beider Größen von Hand vor.
In jedem Falle aber kann er die übrigen Einstellung selbst vornehmen - im Unterschied zur Vollautomatik.
Belichtungszeit
automatisch
S
Speed = Belichtungszeit
Tv = Time Value
Blende
manuell
Belichtungszeit
automatisch
A
Aperture = Blende
Av = Aperture Value
Blende
automatisch
Belichtungszeit
manuell
MManuell
Blende
manuell
Belichtungszeit
manuell
(weitere) Einstellmöglichkeiten
Wie weiter oben schon zu sehen, haben wir am oberen Bildrand der Grafik hier drüber das Menü-Einstellrad der NIKON D 5100; darunter sehen wir das Menü-Rad der FUJIFinepix S 1600 und hier links ist das Einstellrad der Panasonic LUMIX.

Egal welche Unterschiede man findet - eins haben sie gemein: P-S-A-M

Wie man der Grafik weiterhin entnehmen kann, gibt es an und in der heutigen Fototechnik eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten. Nachfolgend sollen die aus meinder Sicht wichtigsten davon eine kurze, allgemeinverständliche Erläuterung erfahren:
Belichtungszeit
Unter Belichtungszeit versteht man die Zeit, die das Licht auf die lichtempfindliche Schicht des Films oder aber des CCD-Chips wirken kann.
Gesteuert wird die Belichtungszeit durch den Verschluss.

Verschluss offen
- Licht kann durch

Verschluss geschlossen - Licht kann nicht durch

Fotos: mechanischer Verschluss NIKON F 90 X
In der heutigen Technik gibt es neben den mechanischen auch elektronische Verschlüsse. Egal ob die Lichtzufuhr zum Film mechanisch oder die zum CCD-Chip elektronisch geregelt wird - das Sytem ist das dasselbe. Belichtungszeit ist die Zeit, die das Licht auf die lichtempfindliche Schicht wirken kann.

Über die Belichtungszeit sollte man ein paar Grundsätze wissen:
  1. Die (herkömmliche) Aufreihung der Werte ist so ausgelegt, dass sie sich grundsätzlich verdoppeln oder halbieren - z. B. 1/500 | 1/250 | 1/125 | 1/60 | 1/30 | 1/15 | 1/8 | 1/4 | 1/2 | 1" | 2" usw.
    Im digitalen Zeitalter gibt es auch eine Vielzahl von Werten dazwischen.
  2. Beim Fotografieren aus der Hand darf die Belichtungszeit nicht länger sein als der Umkehrwert der Brennweite. D. h. 50 mm Brennweite - 1/50 (1/60) sec. | 500 mm Brenneweite - 1/500 sec. Beachtet man dieser Regel nicht, kommt es zu Verwacklungsunschärfen.
    Inzwischen gibt es auch auch hier Gegenmaßnahmen, indem die Hersteller die Kameras und/oder Objektive mit Bildstabilisatoren ausrüsten. Je nach Hersteller haben diese Stabilisatoren unterschiedliche Namen und auch unterschiedliche Abkürzungen (OS, VR, IS o. ä.).
  3. Je schneller sich ein Motiv bewegt, umso kürzer muss die Belichtungszeit sein. Als Faustregel gilt:
    ruhende Motive
      1/60 bis   1/125
    Fußgänger         1/125 bis   1/250
    Radfahrer          1/250 bis   1/500
    Fahrzeuge         1/500 bis 1/2000
    Im Falle des Nichtbeachtens kommt es auch hier zu Unschärfen - Bewegungsunschärfe - genannt.
  4. Als kleine Regel kann man sich nocht merken: Je weniger Licht vorhanden ist, umso länger muss die Zeit sein, die das Licht wirken kann.

In der o. a. Einstellung S kann der Fotograf je nach Bewegungsintensität des Motivs eine feste Belichtungszeit vorgeben und die Elektronik passt entsprechend die Blendenwerte an.
Belichtungszeit vs Verschlusszeit
In sehr vielen Bedienungsanleitungen wird der Begriff Verschlusszeit gleichbedeutend mit Belichtungszeit verwendet. Ich bin da anderer Meinung, weil:

Im Menü bzw. auch in den Bedienungsanleitungen der meisten Kameras - insbesondere der Spiegelreflextechnik - finden wir die Bezeichnung "Rear-Blitz".
Zur Erklärung heißt es dort: "Synchronisation des Blitzes auf die zweite Verschlusszeit."
Das bedeutet, dass der Blitz erst auslöst, wenn der Verschluss sich wieder schließt und nicht schon gleich nach dem Öffnen. Daraus lässt sich herleiten, dass sich der Verschluss bei der ersten Verschlusszeit öffnet und bei der zweiten Verschlusszeit wieder schließt. Ergo ist die Verschlusszeit keine Zeit im wörtlichen Sinne sondern ein Moment, ein Ereignis. Die Belichtungszeit liegt folglich zwischen den beiden Verschlusszeiten.
Und daher ist Verschlusszeit eben nicht das Gleiche wie die Belichtungszeit!
Blende
Während die Belichtungszeit regelt wie lange das Licht auf die lichtempfindliche Schicht wirkt, relgelt die Blende die Menge des Lichtes, das in dieser Zeit wirken kann.

große Blende = viel Licht kann durch

kleine Blende = wenig Licht kann durch

Die Lichtdurchlässigkeit der Blende wird mit der Blendenzahl ausgedrückt.

Jedem, der sich mit Fotografie beschäftigt, werden sicher schon irgendwann mal die Fragen in den Sinn gekommen: Warum hat eine große Blende eine kleine Blendenzahl und eine kleine Blende eine große Blendenzahl? Warum ist ist die Blende 22 viel kleiner als die Blende 8?

Wie groß ist überhaupt diese Blende 8, von der immer alle sprechen wenn die Sonne lacht? ("Sonne lacht - nimm Blende acht")

Zunächst einmal sei festgestellt, dass die Blendenzahl eine Verhältnisrechnung ist. Sie ist auch keine starre Größe sondern drückt aus wie oft die effektive Öffnung nebeneinander aufgereiht in die Brennweite passt.

In der Anzeige / im Display und auch in einigen technischen Angaben - nicht aber auf dem Obkektiv selbst - erhält die Blendenzahl den Buchstaben F.
(Dieser Bezeichnung ist historisch gewachsen und soll hier keine weitere Erläuterung erfahren.)

Bild Display NIKON D 5100
Belichtungszeit:  1/160
Blende:               F 6,3

Auch über die Blende sollte man ein paar Grundsätze wissen:
  1. Die (herkömmliche) Auflistung der Blendenzahl ist so ausgelegt, dass sich die Lichtdurchlässigkeit  - passend zu den Belichtungszeiten - i. d. R. jeweils halbiert oder verdoppelt, auch wenn das die Zahlen selbst nicht (immer) zum Ausdruck bringen.
    Z. B. (siehe Objektiv oben) F 22 | F 16 | F 11 | F 8 | F 5,6 | F 3,5 oder ähnlich.
    Je nach Bauart des Objektivs können die Werte der Blendenzahlen variieren.
    Im digitalen Zeitalter gibt es aber auch hier eine Vielzahl von Zwischenwerten.
  2. Bei unverändertem Licht und unverändertem ISO-Wert verhalten sich Blende und Belichtungszeit umgekehrt proportional zueinander.
    D. h. wird Blende um eine Stufe geöffnet, muss die Belichtungszeit eine Stufe kürzer werden.
    Wird die Blende um eine (oder zwei oder drei) Stufe(n) geschlossen, muss die Belichtungszeit um eine (oder zwei oder drei) Stufe(n) verlängert werden.
  3. Die Blende hat einen unmittelbaren Einfluss auf den Bereich, der auf dem Foto scharf abgebildet werden kann = Schärfenbereich.

  4. Blenden können in Extremeinstellungen (weit geöffnet oder geschlossen) zu Fehlern und oder Verfälschungen / Verzerrungen im Randbereich der Aufnahmen führen.
    Daher wird empfohlen immer die mittleren Blendenstufen zu wählen.
    Bei der Spurenfotografie ist vorgeschrieben grundsäzlich Blende 11 zu verwenden!
Zum Schluss möchte ich noch kurz die Begriffe Offenblende und Arbeitsblende unterscheiden.
Im Prinzip erklären sie sich anhand ihrer Namen von selbst.

Offenblende bedeutet, dass die Blende voll geöffnet ist. I. d. R. taucht der Begriff bei der Lichtmessung, der Offenblendenmessung, auf.

Wissen muss man hierzu, dass die Blende - egal welcher Wert am Blendenring (unterer Ring am Objektiv Bild links) oder über die Elektronik (die meisten modernen Objektive haben keine Blendenringe mehr) voreingestellt wurde - immer voll geöffnet ist.
Erst im Moment des Auslösens wird die Blende auf die eingestellte Arbeitsblende geschlossen.

Je nach Bauart geschieht das Ganze machanisch oder elektronisch.
Verfügen Ojektive über einen Blendenring, nicht aber über diese Möglichkeit der mechanischen Abblendung, verändert sich die Blende zusammen mit der Vorwahl am Einstellring. Diese Objektive befinden sich grundsätzlich im Modus der Arbeitsblende.
Verwendet man solche Objektive an elektronischen Kameras kann es vorkommen, dass die Kamera das Objektiv "nicht erkennt" und nur im manuellen Modus M genutzt werden kann.

Um beim Betrachten des Motivs z. B. den Schärfenbereich erkennen zu können, verfügen einige Spiegelreflexkameras über eine sog. Abblendtaste - meist rechts neben dem Objektiv an der Kamera - bei deren Betätigung das Objektiv von der Offenblende auf die Arbeitsblende wechselt.
Lichtempfindlichkeit | ISO-Wert
Die Innenlichtmessung misst das vorhandene Licht, die Belichtungszeit regelt wie lange das Licht auf den Sensor (in der Analog-Fotografie auf die lichtempfindliche Schicht des Films) wirken kann und die Blende regelt wie viel Licht wirken kann.
Der ISO-Wert drückt aus wie viel Licht benötigt wird, um ein Abbild des Motivs zu erzeugen.

Idee eines Beispiels:
- Die Größe des Pinsels stellt die Blendenöffnung dar.
- Die Belichtungszeit ist die Zeit, die man benötigt.
- Der ISO-Wert ist die Größe des anzumalenden Blattes.
 (Wobei ein hoher ISO-Wert einem kleinen Blatt entspräche.)
- Das Licht ist die Menge der Farbe, die ich habe/benötige.

Habe ich viel Farbe, kann ich in relativ kurzer Zeit mit einem mittleren Pinsel ein Blatt Papier anmalen. Je größer der Pinsel wird, umso kürzer wird die Zeit, die ich benötige. Je kleiner der Pinsel ist, umso länger brauche ich.
Wenn ich viel Farbe, also viel Licht zur Verfügung habe, spielt das i. d. R. keine Rolle. Je weniger Farbe ich habe, umso kleiner muss das Blatt werden, um es in derselben Zeit bzw. überhaupt anmalen zu können.

Ist doch kein Problem! Stellen wir die Kamera auf 3200 ISO und schon brauchen wir kaum noch Licht.

So einfach ist es leider nicht, denn die Kamera, der Sensor, der CCD-Chip kann das Licht nicht irgendwoher zaubern.
Je nach Technik gibt es verschiedene Möglichkeiten:
  1. Die Elektronik schaltet zwei oder mehr Bildpunkte zusammen. Zwei Bildpunkte brauchen nur halb so viel Licht wie einer, vier ein Viertel, acht ein Achtel usw.
    Aber wenn die Kamera bei 100 ISO 12.000.000 Pixel hat, hat sie bei 400 ISO nur noch ein Viertel davon = 3.000.000 Pixel und bei 3200 ISO wären nur noch 375.000 Bildpunkte übrig.

  2. Die Elektronik "sagt sich" das Licht reicht nicht für 12 Megapixel, sondern nur für 400.000, also schalte ich alle die, die eh nichts abbekommen, einfach ab.
    Der Effekt ist derselbe und unser Bild wird pixliger, gröbkörniger - die Feinheit geht verloren und damit auch die Detailwiedergabe.
  3. Die Elektronik kann das Licht aber auch "hochrechnen", d. h. die elektronischen Informationen einfach verstärken. Damit werden aber auch Störfaktoren hochgerechnet und verstärkt - in diesem Falle spricht man vom Bildrauschen.
In der Regel verwenden die Hersteller eine Kombination aus den Möglichkeiten, sodass wir beim Fotografieren mit hohen ISO-Zahlen grobpixlige Bilder mit Bildrauscheffekten bekommen. Es kommt dann auch noch hinzu, dass weniger Bildpunkte auch weniger Farbinformationen beinhalten können, denn die Elektronik kennt nur die Werte 1 und 0, sodass hier Kontrast wie auch Farbbrillianz verloren gehen.

Es sollte also immer das Bestreben dahin gehen, mit einem möglichst geringen ISO-Wert zu fotografieren. Da kommt es aber wieder auf die verwendete Technik drauf an, denn je hochwertiger der verbaute Sensor ist, umso besser ist auch die Informationsverarbeitung, umso höher kann man auch den ISO-Wert einstellen.

Grundsätze, die man über den ISO-Wert wissen sollte:
  1. Die (herkömmliche) Reihe der ISO-Werte ist gleichwohl wieder so gestaltet, dass sie sich jeweils verdoppeln oder halbieren und man kann es anhand der Zahlenwerte sehr gut erkennen.
    Z. B. ISO 100 | 200 | 400 | 800 | 1600 | 3200 | 6400 usw.
    Auch hier gibt es im digitalen Zeitalter eine Vielzahl von Zwischenwerten - je nach Kameratechnik - und auch der höchste ISO-Wert hängt von der verwendeten Technik ab.
  2. Die neuesten Chips sind meist auf 400 ISO abgestimmt und bei geringeren ISO-Werten wird das Licht einfach weggerechnet, was qualitativ kein Problem darstellt.
  3. In der polizeilichen Fotografie - aber auch sonst - sollte man nie der Elektronik die Entscheidung über den ISO-Wert überlassen, d. h. niemals die Einstellung "ISO-auto" wählen, denn bei der Fotografie von Spuren ist oft wenig Licht vorhanden aber gerade dort brauchen wir eine hohe Detailtreue, eine hohe Bildqualität.
    ISO 100ISO 3200
    links ISO 100                                                   rechts ISO 3200
Das Zusammenspiel von Licht, Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert
LichtBlendeBelichtungszeitISO-Wert
unverändert F 111/125400
F 81/125200
F 81/250400
F 111/250800
F 221/125800
F 221/2501600
F 111/60200
weniger LichtF 111/60400
noch weniger LichtF 111/60800
noch weniger LichtF 81/60800
Für die richtige Belichtung des Bildes ist es völlig egal welche dieser Einstellung man wählt. Die meisten Kameras können selbst in der Einstellung P für Programmautomatik durch einfaches Drehen des Einstellrädchens die Werte für Blende und Belichtungszeit passend zueinander ändern.
Man muss nur beachten:
Je länger die Belichtungszeit umso größer die Gefahr der Bewegungs- oder Verwacklungsunschärfe.
Je größer die Blende umso größer die Gefahr der Tiefenunschärfe.
Je höher der ISO-Wert umso größer werden die Pixel bzw. die Bildrauscheffekte.
Je weniger Licht ich zur Verfügung habe umso größer muss meine Kompromissbereitschaft sein.

Fotografieren ist m. E. immer ein Kompromiss zwischen dem was ich will und dem was geht.
(weitere) Einstellmöglichkeiten
Ich denke, dass die Begriffe Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert bisher für den "allgemeinen Gebrauch" hinreichend erläutert wurden. Weitere Ausführungen gibt es später bei Optik & Technik.

Wie man Blende und Belichtungszeit von Hand einstellen kann, erschließt sich aus dem Kontext.
P = Programmautomatik = Blende und Belichtungszeit werden von der Kamera gewählt;
S = (Belichtungs)Zeitvorwahl = Belichtungszeit manuell | Blende automatisch;
A = Blendenvorwahl = Blende manuell | Belichtungszeit automatisch;
M = manuell = Blende manuell | Belichtungszeit manuell;

Woher weiß ich in der manuellen Einstellung ob mein Bild richtig belichtet wird?

Foto Display NIKON D 5100
Hier sehen wir die Programmeinstellung M für manuell;
wir erkennen eine Belichtungszeit von 1/5 und eine Blende F 8.
Die Scale darunter zeigt deutlich in Richtung minus, was bedeutet, dass das Bild zu dunkel würde.


Man muss einfach die Werte von Blende und / oder Belichtungszeit soweit anpassen, dass nur der Scalenstrich unter der 0 stehen bleibt.

Je nach Kameratyp unterscheiden sich diese Scalen im Aussehen und dem Ort ihrer Anordnung. Bei Spiegelreflexkameras findet man solch eine Scale auch grundsätzlich im unteren Bereich des Suchers.
(Punkt 3 im Foto rechts)
Wie man den ISO-Wert einstellt, hängt vom jeweiligen Kameratyp ab und ist so individuell, dass ich nicht alle Möglichkeiten erläutern kann. Grundsätzlich lässt sich der Wert im Menü der Kamera einstellen.

Je nach Typ gibt es aber auch gewisse Schnellzugriffsmöglichkeiten, z. B. über Extratasten mit der Bezeichnung "ISO" - siehe Bild rechts NIKON D 80 -
oder Bild links
Panasonik LUMIX

oder - wie auf dem Bild weiter oben bei der NIKON D 5100 - über eine Info-Taste "i", durch die man in die seitlich angezeigten Menüpunkte kommt und dort die Einstellungen vornehmen kann.
Blitzlicht
Dem Thema Blitzlicht-Fotografie wird später eine eigene Seite gewidmet, sodass hier nur ein paar Grundsätze genannt werden sollen.
Die Möglichkeiten das Blitzlicht ein- oder auch umzuschalten sind so unterschiedlich wie die Bauarten der Kameras selbst.

Die FUJIFILM S 1600 - links im Bild - hat links am "Blitzturm" einen Knopf zum Öffnen und gleichzeitigen Einschalten des Blitzes.

Bei NIKON-Kameras sitzt der Knopf annähernd an derselben Stelle.




Die Panasonik LUMIX - rechts im Bild - hat diesen Knopf links auf der Rückseite.
Die sich gleichwohl noch im Einsatz befindliche RICOH Caplio hat
keine Taste zum direkten Einschalten des Blitzlichtes.

An der Rückseite, befindet sich eine Taste für das Blitzmenü, über das man die entsprechende Einstellung wählen muss.

Bei solchen Kameratypen ist es umso wichtiger auf den gezielten Einsatz - oder eben Nichteinsatz des Blitzes zu achten, weil der Blitz nicht erst herausklappen muss, sondern permanent einsatzbereit ist.
Je nach Kameratyp kann man verschiedene Blitzmodi unterscheiden:

Eigentlich erübrigen sich Erklärungen, weil die hier dargestellte Kamera FUJIFinepix S 1600 in ihrem Menü gleich immer beschreibt, was die Einstellung bedeutet. Dennoch möchte ich ein paar Worte dazu verlieren.
  1. unterdrückter Blitz bedeutet, dass der Blitz nicht ausgelöst wird - egal welche Lichtverhältnisse herrschen. Hier ist insbesondere zu beachten, dass bei zu langen Belichtungszeiten die Gefahr der Verwacklungsunschärfe besteht, was die abgebildete Kamera durch das gelbe Symbol rechts im Bild signalisiert. Abhilfe könnte z. B. ein Stativ schaffen.
  2. automatischer Blitz bedeutet, dass die Kamera "festlegt", ob sie den Blitz einsetzt oder nicht. Diese Einstellung ist in der polizeilichen / kriminalistischen Fotografie grundsätzlich zu vermeiden.
    Innenlichtmessungen messen i. d. R. den hellsten Bildausschnitt und errechnen danach die Werte für Blende und Belichtungszeit. Insbesondere problematisch stellt sich diese Sache dar, wenn man "in einen Tatort hinein" fotografiert und sich auf der Gegenseite die Fenster befinden. Die Fenster werden richtig belichtet und der Rest ist meist zu dunkel.
    Mit dem Gegenteil ist bei der Fotografie von Spuren zu rechnen. Die Technik wird meinen, dass zu wenig Licht vorhanden ist und den Blitz hinzuschalten. Dann wird die Spur "verblitzt" und ist für die Auswertung ungeeignet.
  3. erzwungener Blitz bedeutet, dass der Blitz bei jedem Foto mit ausgelöst wird. In der Fotografie wird er in diesem Zusammenhang auch Aufhellblitz genannt, weil er das Bild zusätzlich zu dem bereits vorhandenen Licht erhellt = aufhellt.
Dieser permanente Blitz hat auch noch weitere Vorteile, die bei dem Thema Licht näher besprochen werden.

Bei den meisten Kameras erreicht man die Einstellungen 1 und 3 indem man den Blitz auf- bzw. zuklappt. Beim Einsatz von externen Blitzen muss man eben diese Geräte ein- bzw. ausschalten.
Zusätzlich zu den obengenannten Modi kann man bei vielen Kameras noch weitere Blitzarten einstellen.
  • Der rote-Augen-Blitz wird wohl Jedem bekannt sein.
    Beim Fotografieren von Personen von vorn mit Blitzlicht durchdringt das Licht die Pupillen und wird als roter Punkt zurückgeworfen. Bei wenig Licht öffnen sich unsere Pupillen weiter, damit mehr Licht auf die Netzhaut gelangen kann. D. h. je weiter die Pupillen, umso größer der rote Punkt - die roten Augen.
    Je nach Kameratyp werden ein oder mehrere kleine Vorblitze ausgelöst, die dafür sorgen sollen, dass sich die Pupillen schließen. Die Augen werden zwar immernoch rot, sind aber nicht mehr so groß und deutlich auf den Bildern zu erkennen.
    Da die Vorblitze auslösen bevor der Verschluss öffnet, haben sie keinen Effekt zur besseren Ausleuchtung des Bildes o. ä. Sie dienen lediglich den o. a. Zweck.
  • Mit der Einstellung Slow-Blitz oder Synchro-Blitz (nicht an jeder Kamera einstellbar) wird erreicht, dass der Blitz nicht kurz und schnell, sondern langsam (soweit man das bei Blitzlichtern sagen kann) und meist weit in die Tiefe geht. Gleichwohl wird die Kamera auf eine längere Belichtungszeit synchronisiert, sodass bei dieser Einstellung i. d. R. die Gefahr einer Verwacklungsunschärfe droht. Man sollte also grundsätzlich ein Stativ verwenden.
    Kompaktkameras zeigen diese Verwacklungsgefahr durch die entsprechenden Symbole an.
  • Rear-Blitz bedeutet, dass der Blitz auf die zweite Verschlusszeit sychronisiert ist.
    Bei Dunkelheit und Belichtungszeiten von mehreren Sekunden bis Minuten hat das gewisse Vorteile.
    Die normale Abfolge ist: Verschluss auf - Blitz - 21, 22, 23, 24, 25 - Verschluss zu.
    Bei Rear-Blitz ist die Abfolge: Verschluss auf - 21, 22, 23, 24, 25 - Blitz - Verschluss zu.
  • Direkter Blitz bedeutet, dass das Licht vom Blitzlicht des Fotoapparates ausgesandt direkt und frontal auf das Motiv trifft und von dort entsprechend den physikalischen Regeln der Oberfläche reagiert und reflektiert wird. Eingebaute Blitzlichter arbeiten grundsätzlich direkt.
  • Indirekter Blitz bedeutet, dass das Blitzlicht von überall kommen kann - nur nicht von vorn.
    • Auch hier kann sich der Blitz direkt auf dem Fotoapparat befinden und über Mechanismen in verschiedene Richtungen gedreht werden, sodass er erst über eine Reflexion auf das Motiv trifft.
      Beim indirekten Blitzen sind zwei Grundsätze zu beachten:
      • Es ist darauf zu achten, dass das reflektierte Blitzlicht die Chance haben muss innerhalb der Belichtungszeit das Motiv zu erreichen. Zu hohe Decken oder zu weit entfernte Wände können problematisch wirken.
      • Physikalische Körper können grundsätzlich nur die Lichtwellen ihrer eigenen Farbe reflektieren, alle anderen werden absorbiert. (Näheres dazu wird bei Licht erörtert.)
        D. h. alles andere als weiße Decken oder Wände führt ebenfalls zu Problemen - in diesem Falle zu Farbverfälschungen.
    • Die andere Variante ist, dass ein oder mehrere Blitzlichter lösgelöst von der Kamera betrieben werden und für eine optimale Ausleuchtung des Motivs sorgen.
      Ein paar verschiedene Szenarien dazu werden später bei Blitzlicht-Fotografie vorgestellt, wie z. B. auch das Ausblitzen von weiträumigen Ereignisorten.
  • Natürlich kann man auch den direkten mit dem indirekten Blitz kombinieren.
Weißabgleich
Das Thema Weißabgleich oder auch Whitebalance, als meist als Zeichen WB auf den Kameras zu finden, passt am ehesten auch zum Thema Licht und wird dort genauer erläutert. Hier nur so viel:
Unterschiedliche Leuchtquellen und unterschiedliche Lichtverhältnisse führen dazu, dass unterschiedliche Anteile des Spektrums des sichtbaren Lichts vorhanden sind. Diese unterschiedlichen Farbanteile werden als Farbtemperatur bezeichnet, die wiederum in Kelvin (K) angegeben werden.
Hier haben wir verschiedene Werte auf dem Karton einer LED-Glühbirne;
250 lm = Lumen (Helligkeit)
3,4 w = Watt (Leistung)
2.700 k = Kelvin (Farbtemperatur)
<0,5 s = Sekunden (Reaktionszeit)
>80 CRI = Farbwiedergabeindex
25.000 h = Betriebsstunden
>40.000 on/off = Schaltzyklen
(nicht dimmbar)
Alle Werte zu behandeln ist nicht Sinn dieser Seite, daher werden wir uns nur der Farbtemperatur widmen.
Was bedeutet diese Farbtemperatur?
Geringe Farbtemperaturen bedeuten, dass viel rotes und gelbes Licht vorhanden ist, wie es z. B. bei Glühbirnen der Fall ist. Weißes Licht hat eine Farbtemperatur von 5.000 bis 5.500 Kelvin. Je höher die Farbtemperatur wird, umso mehr Blauanteile befinden sich im Licht - bis hoch zu 10.000 k.

Je nach Kameratyp kann man die Farbtemperatur über das Menü und dort vorgegebene Piktogramme einstellen (Glühbirne, Neonlampe, Sonne, Blitzlicht, wolkig, Schatten oder automatisch sind die gängigsten) oder auch direkt die Kelvinwerte einstellen, was aber voraussetzt, dass man die Kelvinzahl seiner Leuchtquellen kennt oder sie messen kann.

Was bedeutet das für mein Foto?
Die Technik der Kamera versucht ein möglichst optimales Bild zu erzeugen.
Wenn die Kamera also "meint", dass viel rotes Licht vorhanden ist, filtert sie das gesamte Licht in blau um, sodass das Foto einen Blaustich bekommt.
Wenn hingegen die Kamera viele Blauanteile im Licht misst, wird sie das Licht in rot umwandeln und die Fotos bekommen einen Rot-Gelb-Stich.

Es ist also zwingend erforderlich für die farbechte Widergabe insbesondere von Spuren und Spurenträgern dafür Sorge zu tragen, dass der richtige Weißabgleich erfolgt.
Das LKA M-V empfiehlt daher bei der Spurenfotografie eine genormte Graukarte mit aufzunehmen, anhand derer man bei Farbfehlern eine Korrektur vornehmen kann.
Fokus
An den meisten heute gebräuchlichen Kameras kann man zwischen mehreren Fokus-Modi wählen.

Grundsätzlich unterscheiden wir den Auto-Fokus und den manuellen Fokus - die Begriffe erklären sich von selbst.

Auto-Fokus:
Wiederum - je nach Kameratechnik und nach Einstellung hat man eine Vielzahl von Fokus-Messfeldern zur Verfügung (Hier sehen wir 39 Messfelder der NIKON D610)
- oder auch nur ein einziges.

Ich bevorzuge die Messmethode über das Einzelfeld, was vielleicht daran liegen mag, dass ich zu einer Zeit mit dem Fotografieren anfing, als es nur diese Messmethode gab - oder aber daran, dass man bei den Mehrfeld-Messmethoden die Entscheidung über die Schärfenpriorität z. T. an die Kamera abgibt.
Links: NIKON D 5100 Fokus-Einzelmessfeld in Bildmitte

In dieser Einstellung hat der Auto-Fokus ein gravierendes Problem - was er übrigens grundsätzlich bei allen Kameras hat, die (noch) über keine Mehrfeld-Messmethode verfügen - er orientiert sich an der Bildmitte. Was aber passiert, wenn sich mein Hauptmotiv nicht in der Bildmitte befindet?

Grafik: Übersichtsaufnahme vom VU mit drei beteiligten Fahrzeugen.
In dieser Einstellung würde sich der Auto-Fokus auf unendlich stellen und die drei Fahrzeuge würden nicht scharf dargestellt - wir bekommen also eine unerwünschte Unschärfe.
Natürlich kann man einen anderen Standpunkt oder auch anderen Bildausschnitt wählen, aber die Vorgaben sind, dass jeweils eine Übersichtsaufnahme auch die Fahrtrichtungen der Fahrzeuge darstellen muss und die Übersichtsaufnahme selbst muss den Ereignisort in seinem gesamten Umfang abbilden.

Eine Möglichkeit der Abhilfe wäre die Umschaltung auf den manuellen Fokus und die manuelle Einstellung der Schärfe über den Fokus-Ring. Das geht aber nur bei entsprechenden Objektiven und diese gibt i. d. R. nur an / für Spiegelreflexkameras.

Die schnellere und weitaus bessere Abhilfe schafft eine Einrichtung mit der alle modernen Kameras mit Auto-Fokus ausgestattet sind:
der Memory-Effekt
~ bedeutet, dass die Kamera in der Lage ist den Wert für den Fokus und das Licht zwischenzuspeichern.
Wenn man den Auslöser bis zum ersten Druckpunkt führt, stellt sich die Kamera scharf - i. d. R. auf die Bildmitte - misst das vorhandene Licht, berechnet Blende und Belichtungszeit und signalisiert ihre Bereitschaft durch einen Piepton. Diese Werte bleiben so lange im Speicher (Memory) bis man den Auslöser wieder loslässt, was normalerweise nach dem Durchdrücken, dem Erstellen des Bildes erfolgt. D. h. die Kamera erstellt diese Werte für jedes Bild neu - es sei denn man lässt den Auslöser nicht los - wie z. B. bei Serienaufnahmen.

Wie kann man sich diese Sache jetzt zunutze machen?
Man sucht sich in dem darzustellenden Bildausschnitt einen Punkt, auf den sich die Kamera scharfstellen soll - genannt Scharfpunkt - drückt den Auslöser halb durch - die Kamera stellt den Fokus ein und misst das Licht. Man hält den Auslöser halb gedrückt, schwenkt auf den Bildausschnitt, der abgebildet werden soll, und drückt den Auslöser ganz durch.
(Ein paar beachtenswerte Punkte dazu werden noch bei Optik und Technik dargestellt.)

Je nach Kameratyp (wie ja immer) gibt es auch separate Tasten für diesen Memory-Effekt.
Hier finden wir dann verschiedene Bezeichnungen
siehe z. B. links Panasonic: AE/AF Lock
(AE = Auto Electric = Lichtmessung)
(AF = Auto Focus)
Lock im Sinne von Selbsthaltung, Sperre

oder auch die Einzeleinstellungen AE-L und AF-L

Zu beachten ist, dass der Memory-Effekt über den Auslöser grundsätzlich Licht- und Fokuswert speichert. Wenn sich also zwischen dem Scharfpunkt und dem gewünschten Bildausschnitt die Lichtverhältnisse ändern, entsteht ein zu helles oder zu dunkles Bild; anders bei Kameras, die über separate AE-L und AF-L-Tasten verfügen. Da kann ich selbst entscheiden, welchen Wert ich in den Memory-Speicher übernehmen möchte.
Probleme an glatten Flächen
Ein Problem, das alle Auto-Fokus-Systeme haben, ist, dass sie keine glatten, einfarbigen Flächen messen können. Bei älteren Kameras hört man den Motor vom Fokus hin und her fahren. Bei neueren Modellen und bei Kompaktkameras hört man aufgrund der Technik nichts und wundert sich nur warum die Kamera kein Bild macht oder vielleicht auch ein unscharfes.
Die Fokus-Sensoren brauchen eine Linie, die senkrecht (nicht waagerecht) durch das Messfeld verläuft, um sich scharf zu stellen.

In der polizeilichen Fotografie kann man ganz leicht mit einem Maßstab Abhilfe schaffen, den man an entsprechender Stelle an dem darzustellenden Gegenstand anbringt - oder eben auch durch den Memory-Effekt.
Bild 1 NIKON D 80 (M | AF)
Bild 2 NIKON F 90 (M | S | C)
Bild 3 NIKON D 5100 (MF | AF-C | AF-S | AF-A)

Je nach Kameratyp kann man die Modi für den Fokus entweder im Menü oder über separate Schalter, Tasten oder Knöpf umschalten - manchmal auch kombiniert.



Einige Modelle, wie hier die D 5100, zeigen über das rückwärtige Display an, was welche Bezeichnung bedeutet - grundsätzlich gilt:
  • M oder MF = manueller Fokus
  • S oder AF oder AF-S = Standard-Autofokus oder auch Einzel-Autofokus
  • C oder CF oder AF-C = Continued-Autofokus = kontinuierlicher Autofokus
  • AF-A = automatischer Autofokus
um nur die Wichtigsten zu nennen.

Was hat welche Bedeutung? (aus der Beschreibung NIKON D 5100)
MFmanuelle FokussierungDas Scharfstellen erfolgt über den Fokusring am Objektiv.
(Bei Objektiven mit einen M/A-Umschalter bitte auf M stellen.)
AF-Ckontinuierlicher Autofokus~ ist für sich bewegende Motive.
Die Kamera fokussiert kontinuierlich, während der Auslöser bis zum ersten Druckpunkt gedrückt wird. Wenn sich das Motiv bewegt, schaltet die Kamera die >>Prädiktive Schärfennachführung<< ein, um die endgültige Entfernung zum Motiv vorauszuberechnen, und stellr den Fokus wie benötigt ein.
Bei Standardeinstellungen kann der Verschluss nur dann ausgelöst werden, wenn sich die Kamera scharfstellen kann.
AF-SEinzelautofokus~ ist für sich nicht bewegende Motive.
Der Fokus-Wert wird gespeichert, wenn der Auslöser bis zum ersten Druckpunkt gedrückt wird (Memory-Effekt). Der Verschluss kann nur ausgelöst werden, wenn sich die Kamera scharfstellen kann.
AF-AAutomatik-AutofokusDie Kamera wählt automatisch den Einzelautofokus aus, wenn sich das Motiv nicht bewegt, und den kontinuierlichen, wenn sich das Motiv bewegt. Der Verschluss kann nur ausgelöst werden, wenn sich die Kamera scharfstellen kann.
Fokus-Messfeld
Bilder NIKON D 5100

Neben den verschiedenen Fokus-Modi kann man bei den meisten Kameras auch die Messfeldsteuerung einstellen.

Hier soll erst einmal nur die Verstellung der Messfelder bei der Einzelfeld-Messmethode beschrieben werden.

Normalerweise stellt man das Messfeld für den Fokus in die Bildmitte, weil sich so am schnellsten eine Schärfenpriorität festlegen lässt, stellt die Kamera auf den Teil des Motivs scharf, der diese Priorität arhalten soll, drückt den Auslöser halb durch (erster Druckpunkt), "friert" so die Schärfe ein und schwenkt auf den Bildausschnitt, den man für sein Motiv gewählt hat. Dann drückt man den Auslöser ganz durch.

Man kann aber auch - siehe Bild links - das Fokus-Messfeld auf einen anderen Bildabschnitt stellen und so gleich einem anderen Bereich die Schärfenpriorität zuweisen.



Je nach Kameratyp kann man auch noch andere Messmethoden auswählen, wie hier im Menü der FUJIFinepix 1600 zu sehen.

Egal welche Technik oder Einstellung verwendet wird, der Fotograf muss dennoch stets darauf achten, dass sich "die Technik" auf den richtigen Bereich des Motivs scharf stellt, ansonsten können ungewollte Unschärfen entstehen unter denen dann die Aussage- bzw. Beweiskraft des Fotos leidet.
Licht-Messfeld | AE-Messfeld
Grundsätzlich kann man bei der Lichtmessung drei Methoden unterscheiden, die je nach Kameratyp jedoch unterschiedliche Namen haben können.
Matrixmessung
Integralmessung
Die Kamera misst das Licht in einem großen Bereich des Bildausschnittes und wählt die Belichtungszeit aufgrund der Tonwertverteilung, der Farbe sowie des Bildaufbaus.
Diese Einstellung erzielt in den meisten Situationen naturgetreue Belichtungsergebnisse.
Mittenbetonte Messung
Mehrfeld-Messung
Die Kamera misst das Licht in einem etwa 12 mm großen Kreis in der Bildmitte. Bei einigen Kameratypen - z. B. NIKON D 610 - kann man den Messkreis verstellen.
Spotmessung
Die Kamera misst das Licht in einem etwa 3 bis 4 mm großen Kreis in der Bildmitte. Dadurch bleiben helle oder dunkle Bereiche außerhalb des Messfeldes unbeachtet.
Je nach Kameratyp kann man die Umschaltung der AE-Messmethode über das Menü anwählen und / oder über separate Tasten an der Kamera, deren Symbol meist dem der Matrixmessung ähnelt.
Belichtungskorrektur
Wie auf dieser Seite bereits erwähnt, ist die Technik und Elektronik der modernen Kameratechnik so ausgelegt stets optimal belichtete Bilder zu erzeugen. Während die meisten Fotografen sich sowohl das Motiv wie auch die Tageszeit und die Lichtverhältnisse aussuchen können, ist der polizeiliche Fotograf angehalten die Umstände am und um den Ort eines polizeilich relevanten Ereignisses zu jeder Zeit so optimal wie möglich festzuhalten. Dazu kann sich meist noch nicht einmal seinen Standpunkt selbst aussuchen.

Um auf suboptimale Lichtverhältnisse zu reagieren, steht neben den o. a. Einstellungen auch eine Korrektur der Belichtung zur Verfügung. Wenn also durch ungünstige Lichtverhältnisse der relevante Bildausschnitt des Ereignisortbereiches zu hell oder zu dunkel erscheint, kann man über entsprechende Einstellungen an der Kamera eine Korrektur in den Plus- oder Minusbereich vornehmen.

Bilder FUJIFinepix 1600
weitere Einflüsse auf das Foto
Neben den technischen Größen Licht, Belichtungszeit, Blende und ISO-Wert haben noch weitere Dinge einen Einfluss auf das Bild / Foto, die hier noch kurz in Bildern vorgestellt werden.

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü